Wir befinden uns im Februar 2010. Der ganze Nordwesten ist von Schnee und Eis bedeckt. In vielen Landkreisen fällt die Schule aus. Nur auf der nordfriesischen Insel Spiekeroog findet der Unterricht statt. Unbeugsam gegenüber “höheren Gewalten” finden die Schüler der Hermann-Lietz-Schule den Weg zur Lehranstalt. Allemal berichtenswert für die regionalen Medien: Der Nordwestzeitung (NWZ) gab Dr. Hartwig Henke, Leiter der Lietz-Schule, ein Interview zum Thema (5.2.2010), in dem er erklärt, warum im Gegensatz zum Rest der Schulen im Kreis Wittmund der Unterricht auf Spiekeroog stattfindet. Wege und Entfernungen auf Spiekeroog seien kurz, so dass trotz Schnee und Glatteis die Schule leicht zu erreichen sei, erklärt Henke. Außerdem sei das Internat nicht auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. „Ein Tag ohne Schule wäre einfach zu lang und zu langweilig“, sagt Henke in der NWZ, und am Nachmittag bliebe den Schülern auch noch genug Zeit, den Schnee zu genießen. Nur wenn jetzt Tauwetter und dazu noch Nachtfröste kämen und die Wege spiegelglatt und deswegen alle im Haus bleiben müssten, könnte es auch mal auf Spiekeroog schulfrei geben, meint der Schulleiter.

