Schatzsuche auf Spiekeroog: Geo Tag der Artenvielfalt

Geschrieben von Redaktion am 30. Jun 2010 und gespeichert unter Inkiek. Sie können allen Kommentaren dieses Eintrages folgen über RSS 2.0. Kommentare schreiben ist momentan nicht möglich.

Geo Tag der Artenvielfalt Vogelbestimmung Foto NationalparkverwaltungBeim so genannten Geo Tag der Artenvielfalt fanden Experten  500 Tier- und Pflanzenarten auf der Insel, mehrere Arten wurden erstmals dort nachgewiesen. Dies teilt die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer mit. Zum dritten Mal haben sich Tier- und Pflanzenkenner anlässlich der Aktion “GEO Tag der Artenvielfalt” auf die Suche nach “Schätzen” der Ostfriesischen Inseln gemacht. Nach Wangerooge und Norderney nahmen sie in diesem Jahr Spiekeroog unter die Lupe. Ziel war es, an einem Tag möglichst viele Arten aufzuspüren. Nach der Begrüßung durch Spiekeroogs Bürgermeister Bernd Fiegenheim, Swaantje Fock, Leiterin des Umweltzentrums Wittbülten, und Nationalpark-Leiter Peter Südbeck zogen die Expertinnen und Experten von Wittbülten aus in Gruppen über die Insel, so die Mitteilung weiter. Leider zeigte sich das Wetter wenig sommerlich, stürmische Winde und wiederkehrende Schauer forderten die Teilnehmer und trieben die Tiere in ihre Verstecke. Selbst die eigentlich wasserliebenden Amphibien hielten sich bedeckt.

Doch angesichts der widrigen Verhältnisse konnte sich das Ergebnis immer noch sehen lassen: Etwa 500 verschiedene Tier- und Pflanzenarten spürten die etwa zwei Dutzend Kartierer innerhalb von knapp sechs Stunden auf. Heinrich Kuhbier, ältester Teilnehmer und unter Pflanzensoziologen eine lebende Legende, freute sich, dass auch das Ohrlöffel-Leinkraut als echte Besonderheit entdeckt wurde. Jörg Petersen, ebenfalls profunder Kenner der norddeutschen Pflanzenwelt, vermeldete eine positive Entwicklung des Schwarzen Kopfrieds im Westen der Insel. Dennis Stahl untersuchte Watt und Strand nach marinen Weich- und Krebstieren und kam auf 20 Arten. Die Käferexperten konnten über 100 Arten bestimmen, davon 20 Erstnachweise für die Insel Spiekeroog. Hinzu kamen noch die Kurzflügelkäfer, das Fachgebiet von Martina und Armin Rose. Unter den Binokularen im Umweltzentrum trugen sie immerhin 28 Arten zusammen, davon waren drei Erstnachweise für Spiekeroog. Eine Art wurde an diesem Tag erstmals überhaupt auf den Ostfriesischen Inseln nachgewiesen, informiert die Nationalparkverwaltung. Carsten Heinecke widmete sich den Großschmetterlingen. Davon gibt es 1.033 Arten in Niedersachsen und etwa 400 auf den Ostfriesischen Inseln. Da die eleganten Segler bei starkem Wind lieber im geschützten Versteck bleiben, konnte Heinecke an diesem Tag nur 17 Arten notieren, davon waren allerdings gleich neun Erstnachweise für Spiekeroog und zwei für die Ostfriesischen Inseln. Den Nachtfaltern kann man erst bei einbrechender Dunkelheit auflauern, um sie mit einer speziellen Lampe anzulocken. Das übernahm Peter Pauschert. 27 Arten gingen ihnen an einem windgeschützten Standort in den Dünen ins Netz, darunter 16 Erstnachweise für Spiekeroog, mit so hübschen Namen wie Heidekraut-Wurzelbohrer oder Röhren-Sackträger. Drei Arten wurden an diesem Abend erstmals für die Ostfriesischen Inseln notiert.

“Am GEO Tag der Artenvielfalt wurde auch diesmal die Kenntnis der Biodiversität der Ostfriesischen Inseln erweitert und somit ein wesentliches Ziel der Kartierung erreicht”, stellte Südbeck angesichts der vielen Erstfunde fest. Als passionierter Ornithologie selbst mit dabei, bedankte er sich abschließend bei allen Teilnehmern für ihr Engagement an diesem nasskalten Inselsamstag, beim Umweltzentrum Wittbülten für die gelungene Organisation als Anlaufpunkt, einschließlich gesunder Verpflegung der Teilnehmer bis hin zur Bereitstellung von Geräten und Transportmöglichkeiten, und bei der Gemeinde Spiekeroog, die als Nationalpark-Partner die Aktion unterstützte. Der GEO Tag der Artenvielfalt des Magazins GEO findet jährlich im Juni statt. Bundesweit nehmen sich Expertengruppen aus dem haupt- und ehrenamtlichen Naturschutz jeweils ein abgegrenztes Gebiet vor, um dessen Arteninventar zu bestimmen.

Spiekeroog. Beflügelt die Sinne.